Sakralkönig Remix Nr.3: der astralkönig          
    es wird wie immer sein. noch sitze ich hier dick im sessel, aber wenn der mund erstmal nach der fünften halben zigarette schön ausgedörrt ist und die rauchringe anfangen, den raum auszufüllen, dann wird es wieder wie immer sein, wie immer dann, wenn ich zuvor dick im sessel sass. es kommt nur darauf an, die richtige rauchringgrösse zu erkennen und im richtigen moment richtig schnell zu sein. ich spreche also genau dann durch den rauchring: 'please stay away and share my dreams'.

er folgt dem satz durch den rauchring. über meine ausgestreckte hand löst er sich langsam von mir, lässt meine physis frei, zieht sein alles von mir ab. ich spüre noch schmerzhaft, wie er schuhgrösse 46 durch meinen kleinen finger reisst, aber dann bin ich frei, wunderbar aufgelösst in der furcht, die sich sofort einstellt, wenn er weg ist. er muss wieder zurückkehren, nur kurz darf der ausgang sein, er darf nicht alleine sein, ich darf nicht alleine sein, muss in seiner nähe bleiben. meistens entkommt er durch das waschbecken. er weiss, dass ich ihm nicht folgen kann, dass die pflanze, die in der blutigen kotze wächst, mich am weitergehen hindert. schon oft habe ich versucht, sie mit einem metallkleiderbügel zu besiegen - sie hasst metall - aber immer war sie überlegen, wand sich schlangenartig um den bügel, um mich, mich um den wasserhahn und den metallkleiderbügel noch aussen herum. verknotet, verbogen, zerdreht bin ich aufgespannt und muss zusehen, wie sich die pflanze meine brüste wachsen lässt. kreischend schneidet sie sie aus mir heraus, bastelt sich stiefel damit, lässt sie als ihre hörner drohend über mir erscheinen, nur um sie danach in sechsreihiger perfektion heftig vor sich her zu schütteln.

sie tanzt den big spender und bodice und park tanzen mit ihr, wechselseitig hinkend, immer den anderen fuss nachziehend, verräterisch grinsend, in geläster versunken, hämisch flüsternd. ich hänge. meine angstschweisstropfen reinigen das waschbecken. langsam, aber stetig. zuerst verschwindet das blut, dann die kotze, zuletzt die brocken. und genauso lange muss ich sehen, was die pflanze alles nicht verdaut hat: zehennägel, schuhsohlen, zahnersatz, ein kleines u-boot, verschiedene zahnräder, einen schlüsselbund, meinen geldbeutel, nietzsche, der kirchenchor ist von der magensäure etwas mitgenommen, das hallelujah klingt schon ranzig, sieben gnome mit grünen mützen, zwei punkbands mit im hals steckengebliebenen fuck yous, diedrichs alte brille, eine van morrison schallplatte, die von alleine tupelo honey singt, während der schimmel auf nackte männer wartet, drei seiten lacan, eine noch feuchte badehose mitsamt heizung, unversehrte milch, ein schaf, eine eule, einen misthaufen, mumpskranke sparvorwahlen, die butthole surfers ohne gibby, der sich rechtzeitig nach las vegas abgesetzt hat, william s. burroughs, einen fettsack, mehrere lachkrämpfe und thomas winklers diplomarbeit. und genauso lange braucht der astralkönig bis er wieder zurück ist.

der astralkönig könnte an jedem ort der welt gewesen sein, das waschbecken aber ist überall, ausser zuhause, aber dort kann man nicht immer hin, denn immer wenn man zuhause einmal braucht, hat man seine couch an eine cheerleaderin vermietet, die dort ihren teamcaptain vögeln will und es vielleicht auch tut, denn es ist eine verführerische couch. nur einmal, als er ganz lange weg gewesen war, sagte der astralkönig etwas. er sprach sehr leise darüber, dass die erde sehr klein und sehr hübsch und sehr blau aussähe und sich richtig nett drehte, wenn man aus einem ufo auf sie schaue.